Ende März hatten wir das besondere Vergnügen, an einem Chor-Workshop teilzunehmen und dabei viel über das Singen und unsere Stimme zu lernen, aber vor allem Gleichaltrige außerhalb der Schule zu treffen – und das auch noch aus drei Ländern! Denn mit von der Partie waren rund 40 weitere 14-17jährige Schülerinnen und Schüler der Euregio Maas-Rhein, d.h. aus Belgien, der Niederlande und Deutschland.

Der Workshop fand an einem langen Wochenende Ende Februar von Donnerstag bis Sonntag statt. Vier intensive Tage standen uns bevor, an deren Ende ein Abschlusskonzert vor „großem Publikum“ bestehend aus Familienmitgliedern und Freunden stand.

Das Abenteuer begann am Donnerstag im Dietrich Bonhoeffer Haus in Aachen mit einem gemütlichen ersten Treffen aller Beteiligten bei Kaffee und Kuchen. Und dann begann auch schon die erste Probe. Wir hatten natürlich keine Ahnung, was uns erwartete. Mit in unserem Gepäck befanden sich zwei Gitarren und ein Bass, da wir uns auf moderne Musik eingestellt hatten. Entsprechend überrascht beäugten wir zunächst misstrauisch die schwarzen Liedermappen, die uns ausgeteilt wurden. Mit Gesangsübungen ging es weiter, bis sich der erste anstrengende Tag dem Ende näherte.

Am Abend gab es jedoch noch Gelegenheit, die anderen Teilnehmer kennen zu lernen. Wir staunten nicht schlecht, dass fast alle unsere Nachbarn der deutschen Sprache mächtig waren. Schnell bildete sich aus der Gruppe junger Schüler, die sich bis eben noch nie gesehen hatten, eine Gemeinschaft. Ohne viel Scheu fragte man einander aus: Woher kommst du? Wie alt bist du? Lieblingsband? Wie seid ihr hierhin gekommen? usw.
Man verstand sich gut. Rückblickend denken wir, dass es die Leidenschaft zu Musik war, die uns alle verband.

Auf dem Programm der nächsten beiden Tage stand „ganztägiges Proben“. Irgendwie schafften es die engagierten und motivierenden Betreuer, dass wir uns tagelang für alte Volkslieder wie „la meer“, „jene Lo’se dire“ und „la le lu“ interessierten und diese einübten. Zur Auflockerung des harten Trainings gab es auch zwei Ausflüge: einen zum Dreiländereck und ein weiterer am Abend in die Innenstadt Aachens.

Schließlich stand der große Tag bevor: Vor dem Frühstück um 8 durften wir in die nahegelegene Schwimmhalle gehen, die extra für die Veranstaltung geöffnet und für die Teilnehmer kostenlos war, um einige Bahnen zu schwimmen. Das half schon mal, eventuelle Nervosität gar nicht erst aufkommen zu lassen. Ab 9 Uhr ging es mit den Proben weiter, bis dann gegen 16 Uhr 30 unsere Zuschauer und -hörer eintrafen. Das anschließende Konzert zeigte, dass wir in den vier Tagen einiges zusammen erreicht hatten: Es gab viel Applaus.

Für uns waren es sicherlich vier anstrengende Tage, die sich aber – besonders in musikalischem Sinne – absolut gelohnt haben.

 

Text: Fabian Rieger, Marvin Wiertz und Marius Maubach