Als Ende 2013 die Aufgaben für den Freestyle-Physics-Wettbewerb 2014 veröffentlicht wurden, entschlossen sich die Schüler und Schülerinnen der Bionik-AG, im Sommer beim Wettbewerb anzu-
treten. Dazu mussten wir uns erst einmal entscheiden, welche der von der Wettbewerbsleitung gestellten Aufgaben für uns machbar war.

Neben einigen anderen Aufgaben stand zur Auswahl, eine Wasserrakete zu bauen, die möglichst lange in der Luft bleiben sollte oder eine Kettenreaktion auszulösen, bei der möglichst viele Effekte nacheinander ausgelöst werden sollten. Auch der Bau eines möglichst schnellen, von einer Mausefalle angetriebenen Bootes schien attraktiv – ebenso wie die Konstruktion einer „Aschenputtel-Maschine“ genannten Sortiermaschine, die möglichst viele verschiedene Stoffe auseinandersortieren sollte. Wir suchten uns die Wasserrakete, das Mausefallenboot und die Kettenreaktion aus und gingen mit großem Einsatz an die Realisierung der Dinge.

Direkt von Anfang an lag dabei das Mausefallenboot im Rennen vorne, da sein Hauptkonstrukteur Manuel Spaltner mit Volldampf bei der Sache war. Er wählte Balsaholz als Konstruktionsmaterial, aus dem er in mühevoller Kleinarbeit einen Schiffsrumpf fertigte, den er mit einer aufwändigen Innenkonstruktion verstärkte. Die Mausefalle wurde mit einem Getriebe aus Lego-Bausteinen verbunden, das zwei ebenfalls aus Balsaholz gefertigte Schaufelräder an den Längsseiten des Bootes antrieb. Der Bau der Wasserrakete gestaltete sich dagegen schwierig und auch beim Aufbau der Kettenreaktion zeigte sich, dass der Teufel im Detail steckt.

Als der Wettbewerbs-Termin näher rückte, zeigte sich noch eine ganz andere Schwierigkeit, die wir zu Anfang nicht bedacht hatten: Wir mussten einen kostengünstigen Transport für 11 Schüler und Schülerinnen zur Uni nach Duisburg organisieren. Dummerweise legte die Wettbewerbsleitung den Start für die verschiedenen Aufgaben an verschiedenen Tagen fest, so dass wir an zwei Tagen hintereinander nach Duisburg hätten fahren müssen, um alle bearbeiteten Aufgaben vorstellen zu können.

Das war finanziell leider nicht zu realisieren, da schon die Fahrtkosten für einen Tag so hoch waren, dass wir den Förderverein um Hilfe bitten mussten. Daher entschieden wir uns, nur mit dem Mausefallenboot am Wettbewerb teilzunehmen, das inzwischen fertiggestellt war und auch schon erfolgreich einige Testläufe absolviert hatte.

So fuhren wir am 25.6.2014 mit großen Erwartungen nach Duisburg, wo wir zunächst an einer Laborführung in einem der physikalischen Institute teilnahmen, uns dann eine Vorlesung anhörten und im Anschluss in der Universitäts-Mensa gemeinsam essen gingen.

Im Nachmittag startete dann der eigentliche Wettbewerb. Wir traten mit unserem Mausefallenboot gegen ungefähr 500 andere Teilnehmer an. Unsere Zeit von etwas über sechs Sekunden kam leider nicht an die Gewinner heran, die die vorgegebene Strecke in etwas weniger als zwei Sekunden bewältigten, aber die Gruppe, die nach uns startete brauchte mehr als dreizehn Sekunden. Wir lagen also im guten Mittelfeld. Trotzdem war die Enttäuschung natürlich groß.

Während die Wettbewerbsleitung die Ergebnisse auswertete, traten auf der großen Zeltbühne die „Physikanten“ mit ihrer Physik-Show auf. Direkt danach wurden die Gewinner bekanntgegeben und wir hofften, zumindest den Preis für die beste Konstruktion zu erhalten. Leider wurden wir auch hier enttäuscht, aber für uns ist ganz klar: Wir hatten mit Abstand das schönste Boot!

Im nächsten Jahr haben wir uns ganz fest vorgenommen, wieder am Wettbewerb teilzunehmen. Frei nach dem Motto: Neues Spiel, neues Glück!

 

Text von Benedikt Dassen

Eindrücke vom Wettbewerb