Ein wenig mulmig war den 15 SchülerInnen der Europaschule Langerwehe schon vor der Abreise in die Türkei, wo das Videoprojekt „Songs, Love & Videoclips“ weiter geführt werden sollte. Was würde sie während des 7tägigen Austausches in den türkischen Gastfamilie erwarten? Bestenfalls hatte der ein oder andere bereits Austauscherfahrungen gesammelt, aber dies in Ländern wie Frankreich oder England. Das heißt – das eingegangene Risiko war berechenbar gewesen, denn so anders können Franzosen oder Engländer gar nicht sein. Aber Türken?

Mit solchen und ähnlichen Sorgen und Vorstellungen machte sich die Gruppe begleitet von ihren Lehrern Klaus Dauven und Susanne Nehls-Bhayani – finanziell gefördert von der Robert-Bosch-Stiftung – in Europas größter Stadt: Istanbul. Schon bald merkten sie, dass vieles ganz anders kam als erwartet. Erwartet hatten sie zum Beispiel frühlingshafte Temperaturen in der so viel südlicher gelegenen Stadt am Bosporus. Schnell erfuhren sie jedoch, dass , wenn hier bereits ein Strauch nach dem anderen blüht, es dort noch bis Ende April recht winterlich, kalt und vor allen Dingen regnerisch zugeht. Um so wärmer war jedoch der Empfang der Gastfamilien und Austauschpartner. Wenn Istanbul geographisch auch zu Europa gehört, der Sinn für Gastfreundschaft ist orientalisch.
Dass diese Stadt aufs beste diese Schnittstelle zwischen Okzident und Orient veranschaulicht, wurde den Langerweher SchülerInnen auch durch das Besichtigungsprogramm deutlich: So wanderten sie von der Blauen Moschee zur Hagia Sophia, erfuhren vom Leben der Sultane im Topkapi- und Dolmabace-Palast und dem allgegenwärtigen Gründer der modernen Republik Atatürk Sie besuchten Bazare und hyper-moderne Shopping Center. Istanbul ist eine Stadt der Kontraste und wirbelt so manches vorgefertigte Türkei-Bild durcheinander.

Bei allen Kontrasten und Unterschieden erkannten die deutschen SchülerInnen jedoch auch viele Gemeinsamkeiten mit ihren türkischen Gastgebern. Vor allem die Arbeit am gemeinsamen Video-Clip-Projekt machte deutlich, dass Jugendliche hier und dort ähnliche Wünsche und Träume haben.

Wieder zurück in der Heimat freuen sich die Langerweher SchülerInnen auf den Gegenbesuch ihrer neuen Freunde im Juni, der auch für diese ein unvergessliches Erlebnis werden soll.

Impressionen des Aufenthalts