Am 20.01.2020 besuchte der Zeitzeuge Herr Breuer aus Nothberg unsere Schule, um zwei Geschichtskurse des zehnten Jahrgangs über die Zeit des Zweiten Weltkrieges zu unterrichten. Als die Schüler den Mehrzweckraum betraten, herrschte zu Beginn große Verwunderung, doch schon nach kurzer Zeit war klar, dass dies eine besondere Geschichtsstunde werden würde. Nachdem sich  Herr Breuer vorgestellt hatte, berichtete er uns aus seiner Kindheit. 1941 wurde er in Nothberg eingeschult. Der Unterricht war von der Ideologie der Hitlerzeit geprägt. Im 3. Schuljahr kam der Schulrat in die Klasse und fragte: „ Was kommt nach dem Dritten Reich?“ Die Kinder antworten:„ Das Vierte Reich.“ Danach schimpfte der Schulrat, dass es gibt kein Viertes Reich geben wird, da das Dritte Reich ewig dauert.“ Im Sommer 1944 ahnte man, dass das Dritte Reich nicht ewig dauern würde. Die Kinder wurden nach den Ferien auf unbestimmte Zeit aus der Schule verabschiedet, da die Westfront immer näher kam. Ab Oktober 1944 waren die meisten Bewohner aus Eschweiler evakuiert. Am 4. November 1944 fasste auch Familie Breuer den Entschluss, Nothberg zu verlassen. Man ging zu Fuß mit dem nötigsten Gepäck nach Frenz. Danach ging es mit dem Pferd und dem Wagen weiter bis nach Thüringen. Im Juni 1945 kehrte Familie Breuer zurück nach Nothberg. Viele Häuser wurden zerstört und viele Nothberger waren gestorben oder im Krieg gefallen. Im September 1945 wurde wieder der erste Schulunterricht aufgenommen. Die Nachkriegszeit war mit starkem Hunger und Armut verbunden.
Ich bin sehr froh, dass wir die damalige Zeit aus erster Hand über die Erzählung von Herrn Breuer erleben durften und wünsche uns allen, dass wir weiter in Frieden leben dürfen. Vielen Dank Herr Breuer!

Verfasst von Heiko W., 10e