Zum dritten Mal nun besuchte der Lyriker Jürgen Nendza auf Einladung von Deutschlehrer und Fachkonferenzvorsitzenden Dr. Guido Schneider die Europaschule. Die Veranstaltung wurde, wie die vergangenen Veranstaltungen auch, mit Mitteln des Deutschen Literaturfonds e.V. gefördert.
Während eines ersten Arbeitstages fand ein Lyrik-Workshop der Schüler der Deutsch-Leistungskurse der Q1 und Q2 (Jahrgangsstufe 12 und 13) mit Nendza statt. An einem weiteren Tag kam Nendza schließlich zu einer abendlichen Dichterlesung an die Schule, zu der auch interessierte Eltern, Lehrer und Ehemalige herzlich eingeladen waren.
Nach der Begrüßung des Ehrengastes durch die Didaktische Leiterin der Schule, Monika Michels, und Dr. Schneider übernahmen die beiden Leistungskursschüler Kai Reinartz und Dina Marras als Moderatoren die Aufgabe, das zahlreich erschienene Publikum über den Dichter und sein Werk zu unterrichten:
Nendza, der in Aachen lebt, arbeitet als Lehrer an einem Gymnasium in Würselen. Seine Fächer sind Philosophie und Literatur. Die Lyrik von Nendza geht über die reine Naturlyrik hinaus. Seine Gedichte enthalten zugleich menschliche Wahrnehmungen, Empfindungen und Erinnerungen, die in das natürliche Interieur eingewoben werden. Die Süddeutsche Zeitung zählt Nendza „zu den interessantesten Lyrikern seiner Generation.“ Der promovierte Germanist und Philosoph verfasst auch Prosa, Hörspiele, Radio-Features und Funkerzählungen für Kinder und ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland. 1992 debütierte er mit dem Gedichtband „Glaszeit“. Nendzas Gedichte, Essays und Features wurden in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht. Im Jahre 2017 erschien seine Gedichtsammlung „picknick“, ein Jahr darauf brachte der Verlag Ulrich Keicher „Wir treffen uns im Apfel“ heraus.
Die dieses Mal von Nendza vorgetragenen Gedichte haben einen zuweilen melancholischen, wehmütigen Unterton, so etwa, wenn das lyrische Ich auf das Vergangene zurückblickt: was bleibt vom Leben, was passiert, wenn geliebte Menschen aus dem Leben scheiden? Autobiografische Elemente tauchen auf, Erinnerungen aus der Jugend des Dichters, gewonnene Eindrücke sollen in Gedichtform vor dem Vergessen-Sein bewahrt werden. Im Verlauf der Veranstaltung wurden auch fremdsprachige Übersetzungen (Französisch; Niederländisch als Co-Vortrag zusammen mit Niederländisch-Lehrer Heinrich Walter), Videokollagen und musikalische Vertonungen der Gedichte präsentiert.