Mein Name ist Benedikt Dassen. Ich habe im Jahr 2016 mein Abitur an der Europaschule Langerwehe gemacht. Nach einem Jahr internationalem Freiwilligendienst in China absolviere ich zur Zeit an der RWTH in Aachen mein Lehramtsstudium in den Fächern Chemie und Physik.

Für mich stand bereits in der Oberstufe fest, dass ich nach meinem Abitur ins Ausland gehen würde. Daher sah ich mich kurz nach dem Schulabschluss nach Möglichkeiten um, diesen Traum in Erfüllung gehen zu lassen. Ich fand eine Agentur in Köln, welche sich darauf spezialisiert hatte, junge Menschen für einen Freiwilligendienst ins Ausland zu schicken. Dabei gab es mehrere Einsatzorte z.B. Israel, England oder auch China. Ich entschied mich für China. Aber warum?

Ich war noch nie in Asien gewesen und wollte mir diese Chance nicht entgehen lassen. Abgesehen davon kann man ein Land nur dann erleben, wenn man dort lebt und nicht nur als Tourist durch die „Hotspots“ eilt, um am Ende des Urlaubs noch das Flugzeug zu erwischen. Daher nutzte ich diese einmalige Gelegenheit und brach im August 2016 nach China auf.

In China angekommen, erwartete mich eine ganz andere Welt als in meiner Heimat:

Die Ausmaße der 10 Mio. Stadt Xi’an waren für mich kaum vorstellbar. Nach der einstündigen Fahrt vom Flughafen zu meiner Wohnung hatte ich jedoch bereits eine Erfahrung gemacht: Die Atmosphäre ist ganz anders, als ich es aus Deutschland gewohnt war. Die Autos fahren überall dort, wo Platz ist. Zwischen den Autos drängeln sich Motorroller und Passanten.

Ich dachte, es ist ständig bewölkt, aber mein Kontakt vor Ort klärte mich schnell darüber auf, dass es in Wirklichkeit der Smog ist, der stets den Winteranfang begleitet.

Rückblickend betrachtet, hört sich das vermutlich schlimmer an, als es war, da man sich schnell an beides gewöhnen konnte und der Smog im Sommer beinahe verschwand. Trotzdem ist die Luftverschmutzung für jemanden, der in Deutschland aufgewachsen ist, nahezu unvorstellbar. Teils konnte ich nur mit einer Atemschutzmaske auf die Straße gehen.

Vor Ort war mein Leben relativ einfach: Vormittags ging ich in die Schule, um Chinesisch zu lernen. Am Nachmittag arbeitete ich im Sprachlernzentrum des Goethe-Instituts. Meine Arbeit dort bestand vor allem darin, chinesische Stu-
denten beim Erlernen der deutschen Sprache zu unterstützen, indem ich mich als Muttersprachler für Gesprächsrunden zur Verfügung stellte. Auch das Vermitteln der deutschen Kultur fiel in meinen Aufgabenbereich.

Ich organisierte also verschiedene typisch deutsche Feste, kochte mit Studentengruppen deutsches Essen und gab den Studenten die Möglichkeit, auch nach dem Unterricht weiterhin Deutsch mit mir zu sprechen.

Was macht man eigentlich in China, wenn man nicht arbeitet oder lernt?
Ich bin während meines Jahres sehr viel gereist, um möglichst viele Seiten Chinas zu sehen. Dabei besuchte ich viele Städte, wie zum Beispiel Chongqing, Shanghai oder Peking, welche durch ihre Größe und Architektur sowie die völlig fremdartige Kultur atemberaubende Erlebnisse waren. Auf meinen Reisen entdeckte ich jedoch auch Orte, welche das alte China zeigten, wie wir es uns im Allgemeinen vorstellen.

Im Rückblick kann ich sagen, dass mein Auslandsjahr und der damit verbundene Freiwilligendienst mich bei meiner persönlichen Entwicklung sehr unterstützt haben und ich empfehle jedem, der sich unsicher ist, was er nach der Schule machen soll, einen Freiwilligendienst in Betracht zu ziehen.

 

Text von Benedikt Dassen